02.04.14

Austausch motiviert Azubis

Jarl-Erik Andreassen aus Bergen arbeitet drei Wochen bei Hartgen

Auszubildende in Metallberufen sammeln Auslanderfahrungen.

NWZ vom 05.04.2014 - Klaus Derke

Abschiedsfoto mit Gästen aus Norwegen (von links): Kirsten Grundmann (Handwerkskammer), Jarl-Erik Andreassen, Ausbildungsmeister Hermann Henjes, Oyvind Boenes, Lehrer aus Bergen, Hartgen-Azubi Marvin Lukaschek, Are Nygaard, Lehrer aus Bergen, und Firmenchefin Helma Hartgen. Am Freitag reisten die Norweger nach Hause.

 

Hude„Sehr gut!“, antwortet Jarl-Erik Andreassen in Englisch auf die Frage, wie es ihm in Deutschland gefallen habe. Der 17-jährige Berufsschüler an der Arstad vg skole im norwegischen Bergen durfte im Zuge eines Austauschprojekts für Auszubildende in Metallberufen für drei Wochen in der Firma Hartgen Maschinenbau an der Kirchkimmer Straße in Hude die Arbeitsabläufe in einem deutschen Unternehmen kennenlernen. Jarl-Erik kommt von der Insel Sotra. Er möchte Industriemechaniker werden. In Norwegen besuchen die jungen Leute zunächst zwei Jahre die Berufsschule und machen danach ihre praktische Ausbildung in einem Betrieb, meistens im Bereich der Offshore-Industrie.

Jarl-Erik ist im zweiten Berufsschuljahr. Mit Unterstützung von Marvin Lukaschek (19), im letzten Ausbildungsjahr als Feinwerkmechaniker bei der Firma Hartgen, konnte Jarl-Erik in den vergangenen drei Wochen in der Produktion mitarbeiten und dabei eine Menge lernen über das Schweißen, das Zuschneiden, die Montage und vieles mehr, wie Hermann Henjes, Ausbildungsmeister bei Hartgen berichtete.

Jarl-Erik war privat in der Familie seines deutschen Azubi-Kollegen Marvin Lukaschek in Bookholzberg untergebracht. So bot sich für den jungen Norweger auch die Gelegenheit, Land und Leute näher kennenzulernen.

Marvin Lukaschek wird im Mai mit weiteren deutschen Lehrlingen dann ebenfalls für drei Wochen nach Norwegen reisen.

„Das ist schon eine tolle Motivation für die Auszubildenden“, meint Firmenchefin Helma Hartgen. Ihr Unternehmen macht das erste Mal mit bei dem Austauschprojekt der Handwerkskammer Oldenburg.

Auslandserfahrungen sammeln, die Englischkenntnisse anwenden – das wird immer wichtiger auch für die Auszubildenden, weiß Helma Hartgen: „Auch wir haben immer mehr mit Englisch sprechenden Kunden zu tun.“ Das erfolgreiche mittelständische Unternehmen engagiert sich im modernen Maschinen- und Mühlenbau weltweit.

Das Azubi-Austauschprojekt ist laut Kirsten Grundmann von der Handwerkskammer ein Erfolgsmodell. Gefördert vom Programm „Leonardo da Vinci“ müssen die Auszubildenden nur etwa 100 bis 150 Euro pro Woche selber aufbringen. An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegungspauschale sowie Nahverkehrstickets und vorbereitende Sprachkurse werden aus dem Förderprogramm finanziert.

Das Programm gibt es im dritten Jahr. Oft kommt es nicht nur zum Austausch der Auszubildenden, sondern auch zu Kontakten zwischen den beteiligten Unternehmen, wusste Kirsten Grundmann zu berichten.